WAR SCHÖN. KANN WEG... Alter(n) in der darstellenden Kunst

Symposium:
JUNG + ALT – wie können wir als darstellende Künstler:innen langfristig bestehen?

25.02.2021

Die Dokumentation des Symposiums können Sie hier als PDF herunterladen.

Auf Grund der sich stetig verändernden Altersstruktur unserer Gesellschaft verändert sich auch die Perspektive auf den Begriff ‚Alter‘. Welche Herausforderungen stellen sich diesbezüglich Künstler:innen in der darstellenden Kunst, egal ob sie am Anfang einer Karriere stehen oder etabliert sind? In welchem Verhältnis stehen Alter und Kunst zueinander? Welche Grundlagen sind notwendig, um altersunabhängig langfristig gut arbeiten zu können? Welche strukturellen Hindernisse gilt es zu überwinden und wie sehen Lösungen aus? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das Online-Symposium, zu dem das Künstlerduo Angie Hiesl + Roland Kaiser ganz herzlich einlädt.

PROGRAMM

Begrüßung –  Dr. Andrea Firmenich
Generalsekretärin Kunststiftung NRW

Impulsvortrag –  Sandra Noeth
Professorin Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz (HZT),UdK Berlin

Impulsvortrag  –  Holger Bergmann
Geschäftsführer Fonds Darstellende Künste

Video-Interview - Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Podiumsdiskussion
Moderation
Janina Benduski (Vorsitzende Bundesverband Freie Darstellende Künste)

Teilnehmer:innen
Michael Freundt (Geschäftsführer Dachverband Tanz)
Angie Hiesl (Künstlerin)
Hofmann & Lindholm (Künstlerkollektiv)
Madeline Ritter (Geschäftsführerin DIEHL + RITTER gUG)
Kathrin Tiedemann (Künstlerische Leiterin und Geschäftsführung, FFT Düsseldorf)

Thementisch-Diskussionen

Kunst zwischen Innovation und Handschrift
mit Helena Waldmann (Tanzregisseurin)

AUS ALT MACH NEU
Wie man sich selber untreu wird
Kunst wird wiederholt, bis sie Schnee von gestern ist. Und dann? Muss sie sich neu erfinden, sich upcyclen. Eine Gratwanderung: Wie kann ich innovativ bleiben? Und wie weit darf ich mich von meinem alten Image entfernen?

Kunst & Sozioökonomische Wirklichkeiten
mit Janina Benduski (Vorsitzende Bundesverband Freie Darstellende Künste)

WER NICHTS ERBT IST HIER VERKEHRT
Viele darstellende Künstler:innen, ob jung oder älter, befinden sich in prekären Arbeitssituationen, in denen geringe Arbeitseinkommen vermutlich langfristig in die Altersarmut führen müssen. Was an dieser Problematik betrifft die Kunst und was die Gesamtgesellschaft? Sollten Kulturpolitik und Sozialpolitik sorgsam getrennt gedacht werden oder gerade nicht?  Kann das jetzige Fördersystem in den darstellenden Künsten zu einer wirksamen Generationengerechtigkeit und kontinuierlichen Arbeitsbiografien beitragen? Sind aktuell diskutierte Instrumente wie eine vernünftige Grundrente oder ein bedingungsloses Grundeinkommen geeignete Lösungen? Welche neuen Allianzen können dafür gebildet werden?


Kunst - Frauen und der Makel des Alterns

mit Fanni Halmburger und Lisa Lucassen (Künstlerinnen, She She Pop)

"I’M READY FOR MY CLOSE-UP“
WIE ALTERNDE FRAUEN AUS DER ÖFFENTLICHKEIT VERSCHWINDEN
Die gesellschaftliche Position der ‚alten Frau‘ interessiert She She Pop mittlerweile aus eigener Erfahrung: Wir sind alle um die 50 und müssen uns im Prozess des eigenen Alterns auch mit gesellschaftlichen Bildern der alten Frau auseinandersetzen, mit den ihr zugeschriebenen Makeln, den Tabus und mit ihrem merklichen Verschwinden aus vielen gesellschaftlichen Sphären, wie auch von der Bühne.
Wie können wir  gegen dieses Verschwinden und den Bedeutungsverlust ankämpfen, den Frauen jenseits der Gebärfähigkeit als gesellschaftliche Subjekte erleiden? Wie schaffen wir es, neue befreiende Selbstbilder zu schaffen?


Kunst zwischen den Generationen

mit Frank Heuel (Künstlerischer Leiter fringe ensemble)

DIE ALTEN KILLEN - DIE JUNGEN IGNORIEREN!
Eine Strategie des Freien Theaters?
Die Alten können auch jung und die Jungen stets neu. Die ersten hatten mal Feindbilder, den zweiten ist es egal. Und wenn dann sind sie im eigenen Lager. Und überhaupt - Freiwillig geht hier niemand vom Platz.
Oder ist es eigentlich ganz anders?

Kunst und Werk
mit Hannah Hofmann & Sven Lindholm (Künstlerkollektiv)

LANGZEITARBEIT ALS PFLEGEFALL
Einladung zum Gedankenaustausch über Fragen, die nur die Rückschau stiftet: Künstlerische Projekte im Wandel der Zeit. Über Kontinuitäten und Brüche. Und wie man gesellschaftliche Entwicklungen in (den eigenen) Arbeiten aufspürt. Wie pflegen, erzählen, kontextualisieren und dokumentieren wir (unsere) Projekte im Nachhinein?

Kunst und Utopie
mit Kathrin Tiedemann (Künstlerische Leiterin und Geschäftsführung, FFT Düsseldorf)

“All artists are alike. They dream of doing something that’s more social, more collaborative, and more real than art.” Dan Graham
Das Begehren nach anderen, freieren Arbeits- und Lebensformen war ein wichtiger Motor für die selbstorganisierten „alternativen“ Mikroökonomien in den freien darstellenden Künsten. Dafür waren freie Künstler*innen lange Zeit bereit, auf soziale Sicherheiten zu verzichten. – Wie stellt sich der persönliche Einsatz aus der Perspektive einer fortgeschrittenen Arbeitsbiografie dar? Wie und wo artikuliert sich dieses Begehren unter den Bedingungen des gegenwärtigen Kapitalismus? Wie ließen sich unsere affektiven und materiellen Ressourcen bündeln – und wofür oder wogegen wollen wir sie einsetzen?

 

TEAM

Gastgeber:innen: Angie Hiesl + Roland Kaiser
Projektleitung: Silvia Werner
Prozessbegleitung und Moderation: Dr. Barbara Kruse, Andreas Giesen
Organisation: Pascale Rudolph
Film, Schnitt: Michael Maurissens

Gefördert durch: Kunststiftung NRW und Förderfonds Kultur & Alter des Landes Nordrhein-Westfalen. In Kooperation mit kubia - Kompetenzzentrum für Kulturelle Bildung im Alter und Inklusion.

 

Kurzversion Recherche-Interviews:

Langversionen Recherche-Interviews:

Begrüßung Angie Hiesl + Roland Kaiser:

Begrüßung Dr. Andrea Firmenich:

Ausschnitt aus Interview mit Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft NRW:

Zoom-Mitschnitt der Podiumsdiskussion:

Audio-Mitschnitt Prof. Dr. Sandra Noeth: